Logo der Foto-Leitmesse PhotokinaDie Photokina 2018 ist Geschichte, genauso wie die Tradition von dem 2-jährigen Veranstaltungsrhythmus, immer im Herbst. Ab Mai 2019 wird es die Photokina im Jahresrhythmus geben und dazu nun immer im Frühjahr.

Aber was brachte die Photokina in diesem Jahr neues aus dem Bereich der digitalen Kameras…

Zunächst einmal schrumpfte die Fotomesse auf nur fünf Hallen, dafür aber gab es dann zwei ganz klar erkennbare Trends, eine erkennbare Fülle von Besuchern auf den verbliebenen Messeständen und das die handlichen Systemkameras mit Vollformatsensoren die absoluten Highlights sind.

Der Vollformat-Systemkamerapionier Sony hatte mit der Alpha 9 und der Alpha 7 Mark III bereits früh seine neuen Modelle vorgestellt und daher war auch von diesem Hersteller wenig Neues zu erwarten. Weitere Neuvorstellungen vor der Photokina erfolgten dann bereits von Nikon und Canon. Zu Messebeginn, nicht aber überraschend, präsentierte der japanische Hersteller Panasonic gleich zwei Vollformat-Systemkameras und steigt nun nach seinen MFT-Kameras auch in das Segment der spiegellosen Systemkameras ein.

Nikon stellte zwei Modelle mit Z-Bajonett vor.

Nikon stellte seine ersten Vollformat-Systemkameras, die Z7 und Z6 vor. Im Wesentlichen sind beide Modelle von der Funktionalität her identisch und unterscheiden sich eigentlich nur durch die Auflösung der Fotosensoren voneinander (Z6 mit 25 Megapixeln und die Z7 mit 46 Megapixeln). Zeitgleich mit den beiden Kameras führt Nikon auch den neuen Objektivanschluss, das Z-Bajonettsystem, für eine neue Objektivserie ein. Um auch bereits den Besitzern von herkömmlichen Vollformatkameras den Kauf der neuen Modelle so angenehm wie möglich zu machen, wird es auch einen Adapter (FTZ) geben, mit denen Objektive mit F-Bajonettanschluss von Vollformat-Spiegelreflexkameras auch an den neuen Kameras mit Z-Bajonett genutzt werden können. Mit einem Gehäusepreis von rund 3.700,- Euro soll die Z7 ab Ende September erhältlich sein. Für die Z6 wird Nikon immerhin 2.500,- Euro berechnen, das Modell soll dann ab November im Handel erhältlich sein.

 

Auch Canon stellt ein neues System vor.

Als nächster im Bunde hat nun endlich auch Canon seine erste spiegellose Systemkamera im Vollformat präsentiert. EOS R nennt der Hersteller die neue Serie und stellt auch gleich eine spiegellose Vollformatkamera mit einem 30-Megapixel-Sensor vor. Auch die neue Kameraserie kommt mit einem eigenständigen, neuen Bajonett (RF). Fast wie abgesprochen mit Nikon, so möchte auch Canon seinen Kunden den Einstieg/Umstieg vereinfachen. So können die Besitzer von Canon Vollformatkameras mit entsprechenden Optiken diese über einen entsprechenden Adapter (EF-EOS R) weiternutzen. Auf Augenhöhe mit der Nikon Z6 befindet sich auch der Preis des neuen EOS R Bodys, rund 2.500,- Euro werden dann ab Anfang Oktober berechnet werden.

 

Panasonic macht jetzt auf S-Klasse.

Bis dato war der Hersteller für Systemkameras mit Sensoren im Micro-Four-Thirds-Format (MFT) bekannt. Gleichzeitig zu der neuen S-Serie gibt der Hersteller aber Entwarnung und verspricht, dass die G-Serie parallel weiterentwickelt werden sollen.

Die beiden neuen S-Modelle sind natürlich auch mit einem neuen Objektivanschluss ausgestattet, dem L-Mount. Hier gibt Panasonic eine Kooperation mit Leica und Sigma bekannt. Das besondere am neuen L-Mount soll sein, dass er sich nicht nur für Vollformat-, sondern auch für APS-C-Sensoren eignet. Wie auch schon bei Nikon, so starten die beiden neuen Modelle von Panasonic technisch weitgehen identisch und unterscheiden sich nur durch die unterschiedlichen Auflösungen des Sensors. Der Sensor der S1R verfügt über 47 Megapixel, die Lumix S1 über einen Sensor mit 24 Megapixeln. Die Einführung der Kameras der S-Serie ist von Panasonic für 2019 vorgesehen, die Preise stehen daher leider auch noch nicht fest.

 

Einen etwas anderen Weg für neue Kameras ging Fujifilm.

Dieser kündigte kurz vor der Photokina als Systemkamera-Neuheit die Fujifilm die X-T3 an. Wie auch schon beim Vorgängermodell, so setzt die X-T3 auf einen APS-C Sensor mit 26 Megapixeln.
Auch ein Schwestermodell bei der GFX-Serie wurde von Fuji auf der Fotomesse gezeigt, die GFX 50R. Mit einem identischen Sensor wie die aktuelle GFX 50S ist das neue Modell jedoch 145 Gramm leichter und 25 Millimeter dünner als das Schwestermodell. Die GFX 50R wurde im Stil einer klassischen Messsucherkamera entworfen und Fujifilm möchte damit an das Erbe legendärer Mittelformatkameras anknüpfen.
Zeitgleich kündigte Fuji aber auch eine weitere Kamera der GFX-Serie für das kommende Jahr. Das neue Modell soll dann über einen 102 Megapixel „FUJIFILM G Format“ Sensor verfügen. Um auch bei hohen Auflösungen den Verwacklungen besser vorbeugen zu können, ist die neue GFX die weltweit erste Mittelformat-Systemkamera mit einem internen Bildstabilisierungssystem (IBIS).

Überraschend hingegen war ein Trend bei den kompakten Digitalkameras zu erkennen. Nicht etwas, das diese nun endlich von der Bildfläche verschwunden sind, ganz im Gegenteil. So hat der Hersteller Ricoh in Köln eine neue Kamera der GR-Reihe angekündigt. Diese digitale Kompaktkamera fotografiert mit einem tiefpassfilterlosem APS-C-Sensor mit 24 Megapixeln, der zur Bildstabilisierung auf drei Achsen beweglich gelagert ist. Danke einer neuen Optik mit Festbrennweite solle im Makromodus ab sechs Millimeter Entfernung zum Objekt scharf gestellt werden können.

Neben den Herstellern von spiegellosen APS-C und Vollformatkameras hat sich auch erstmals auf der diesjährigen Photokina ein Smartphone-Hersteller ausschließlich mit seinen Smartphones auf der Fotografie-Leitmesse präsentiert. So stellte HUAWEI erstmals seine Innovationen rund um die mobile Smartphone-Fotografie auf der Messe in Köln aus und versucht mit dem HUAWEI P20 Pro den Wandel der mobilen Fotografie unter Beweis zu stellen und somit seine Vorreiterschaft in der mobilen Fotografie zu unterstreichen.

 

Die Fotografie lebt, sie ist im Wandel und sie bleibt auch zukünftig spannend. Wir sehen uns dann auf der Photokina 2019…